Im Februar 2026 hat erstmals eine Jury über die Aufnahme neuer Werke in die Sammlung zeitgenössischer regionaler Kunst des Stadtmuseums Oldenburg entschieden. Grundlage für das neue Auswahlverfahren ist das 2025 veröffentlichte Sammlungskonzept des Stadtmuseums. Ziel ist es, die Sammlung künftig strukturierter und ausgewogener um herausragende Positionen der regionalen Kunstszene zu erweitern. Jährlich können dabei maximal fünf Kunstwerke aufgenommen werden.
Die Jury setzt sich aus Mitarbeitenden des Stadtmuseums und externen Expertinnen und Experten zusammen. Bei ihrer ersten Sitzung 2026 waren Inge von Danckelman für die AG Kunst der Oldenburgischen Landschaft, Franziska von den Driesch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst und visuelle Kultur der Universität Oldenburg, sowie Andreas Engelmann, Vorsitzender des Bundes Bildender Künstler Oldenburg, beteiligt. Das Stadtmuseum war durch Sabine Isensee, Franziska Boegehold-Gude und Steffen Wiegmann vertreten.
Die Jury entschied sich für fünf Werke, die unterschiedliche künstlerische Positionen und Arbeitsweisen der Oldenburger Kunstszene repräsentieren. Ausgewählt wurde die aus Satellitenbildern zusammengesetzte Digitalfotografie „UV“ von Gordon Endt (*1996, Freiburg). Das Werk entstand im Rahmen seines Projektstipendiums der Oldenburger Kunstschule 2024 und zeigt die Stadt Oldenburg als aufgeklappte Textur.
Ebenfalls aufgenommen wird das Gemälde „Weißer Raum“ von Theo Haasche. Das zwischen Figuration und Abstraktion angesiedelte Werk stammt von dem in der Oldenburger Kunstszene bekannten Künstler, der 2025 verstorben ist. Mit der Zeichnung „Dionysos“ von Katrin Schöß (*1968, Oldenburg) wird zudem eine Arbeit aufgenommen, die sich mit aktuellen Fragen von Identität und Gender auseinandersetzt. Für die Zeichnung arbeitete Schöß mit einem queeren Modell zusammen.
Die Collage „In my room V“ von Jens Thiele (*1944, Potsdam) erweitert die Sammlung um eine weitere markante Position. Thiele arbeitet darin mit Ausschnitten und Ausrissen aus Zeitschriften und lässt daraus ein fiktionales Porträt entstehen. Das fünfte ausgewählte Werk ist die Plastik „Tragen und Lasten III“ von Rita Westermann (*1954, Ramsloh). Im Steinguss-Verfahren lotet die Künstlerin Formen zwischen Figuration und Abstraktion aus.
Mit der ersten Auswahl bildet das Stadtmuseum ein breites Spektrum der zeitgenössischen regionalen Kunst ab. Unterschiedliche Medien, Generationen und künstlerische Fragestellungen kommen dabei zusammen. „Wir freuen uns, mit der ersten Auswahl einen sehr guten Querschnitt der Kunstszene Oldenburgs für die Sammlung erwerben zu können“, sagt Steffen Wiegmann vom Stadtmuseum Oldenburg. „Mit der jährlichen Auswahl wird die Sammlung zeitgenössische regionale Kunst in den kommenden Jahren kontinuierlich um herausragende Werke der Oldenburger Kunstszene erweitert.“

Jurymitglieder beraten über die Werkauswahl, Foto: Stadtmuseum Oldenburg
